Achtsamkeit hält das Gehirn fit

Reading Time: 4 minutes

Niemand ist perfekt, aber meist setze ich das was ich lehre auch selbst konsequent um.

In der vergangenen Woche hatte ich richtig viel zu tun. Das ist auch gut so, denn ich liebe meine Klienten und meine Arbeit. In Zeiten von erhöhtem Stress ist es besonders wichtig auf sich zu achten. Natürlich ist das auch zu jedem anderen Zeitpunkt wichtig.

Was soll ich Ihnen sagen, für fast eine Woche habe ich meine eigenen Ratschläge nicht besonders gut befolgt.

Wenig Schlaf, zu viel Kaffee und eine suboptimale Ernährung. Obwohl ich selbst unterrichte, wie man Achtsamkeit auch mit ganz wenig freier Zeit praktizieren kann. Als trockener Käsepulver und Schokolade abhängiger, habe ich diese Nahrungsmittel (und das meiste anorganische und zuckerhaltige) von meinem Speiseplan gestrichen.

Diese Woche hatte ich einen Rückfall. 400 Gramm Käsepulver in einer Woche (ja, bei mir ist es das gelbe, nicht das weiße Pulver) und selbstgemachtes Marzipan haben meine Achtsamkeitsübungen temporär abgelöst.

Gestern hatte ich bemerkt, dass ich mich viel schwerer konzentrieren kann als sonst und mich auch energieloser fühlte. Als wäre mein Gehirn 20 Jahre älter.

Ich hake diesen Vorfall als “Fallstudie” ab und möchte heute das Thema Achtsamkeit (hier: Meditation) von einer anderen Seite beleuchten, dem Anti-Aging Faktor.

Hält Meditation das Gehirn jung?

Wenn Menschen altern, nehmen Gewicht und Volumen des Gehirns ab. Erste Veränderungen können sich bereits Ende der 20iger einstellen. Studien haben ergeben, dass Menschen die regelmäßig meditieren und Achtsamkeit praktizieren weniger weiße Substanz verlieren.

Im Gehirn ummantelt graue Substanz die weiße. Als WML (White Matter Lesion) bezeichnen Wissenschaftler Schäden an der weißen Substanz, die zu kognitiven und psychomotorischen Beeinträchtigungen führen. Eben diese WML kann man mit Hilfe von Meditation im Zaum halten.

Weiße Substanz leitet Nervenimpulse zwischen den funktionalen Teilen des Gehirns. Graue Substanz beherbergt diverse neurologische Zentren des Gehirns, und steuert Sprache, motorische Fähigkeiten, Erinnerung etc.

Erfolg durch Meditation

Für viele Menschen hat Meditation leider immer noch einen eher esoterischen Klang, so dass sich Ihnen die vielzähligen Vorteile im geschäftlichen und persönlichen Bereich verborgen bleiben. Mittlerweile ist Meditation jedoch in weiten Teilen der westlichen Welt angekommen.

Einige weitere Vorteile:

  • verbesserte Schlafqualität
  • innerer Frieden und Gelassenheit
  • Reduktion von chronischen Schmerzen
  • Reduktion von Stress und Angstzuständen
  • hilft gegen Depression
  • erhöhte Aufnahmefähigkeit
  • verbesserte Immunität 
  • besseres Erinnerungsvermögen

In vielen Fällen können Menschen die Qualität ihrer Beziehungen verbessern, einfach weil sie sich wohler fühlen und gelassener sind.

Auch für einen normalen Blutdruck, Herzgesundheit und sogar Gewichtsverlust ist Meditation hilfreich.

Meditation hält das Gehirn jung

Spannende Experimente

Ein Forschungsteam der Universität von Kalifornien kam zu interessanten Erkenntnissen: Sie wollten herausfinden, ob Meditation auch der Erhaltung grauer Substanz dienlich ist. Sie fanden heraus, dass Meditation nicht auf einzelne Bereiche des Gehirns positiv einwirkt, sondern auf das gesamte Gehirn.

Für die Studie wurden zwei Gruppen von Testpersonen in Alter von 20 – 80 Jahren ausgewählt: solche die seit vielen Jahren (durchschnittlich 20 Jahre) meditieren und Menschen die noch nie meditiert hatten. 28 Männer und 22 Frauen nahmen an dieser umfangreichen Studie teil.

Die Gehirnforscher konnten aufzeigen, das erfahrene Meditierer zwar auch im Zuge des Alterns graue Substanz verlieren, aber weitaus weniger als die Menschen die nicht meditieren. Auch wenn die Forscher nicht in der Lage waren, den Zusammenhang von Meditation und den eindeutigen Testergebnissen zu beweisen, sprechen die Ergebnisse für sich.

Bereits im Jahr 2012 führten die Universität von Kalifornien Testreihen durch, die zu dem Ergebnis kamen, dass Menschen die meditieren mehr Gyrifikation aufweisen (die typischen Windungen im Kortex, die das Gehirn wie eine Walnuss aussehen lassen). Je mehr dieser Windungen vorhanden sind, je schneller können Gehirnzellen miteinander kommunizieren.

Meditation scheint also bei der Pflege und dem Erhalt sowohl weißer wie auch grauer Substanz hilfreich und dem verbesserten Austausch zwischen Gehirnzellen hilfreich zu sein.

Anti-Age und Meditation

Die konservierende und erneuernde Wirkung von Meditation auf das Gehirn beinhaltet auch:

  • Meditation erhöht unseren DHEA Gehalt, was die Produktion von Hormonen die für Fett- und Mineralstoffwechsel verantwortlich sind begünstigt.
  • verbesserte Melatonin-Produktion hilft Depression zu bekämpfen und stärkt unser Immunsystem.
  • Verringerung der Cortisol Produktion (das “Stress Hormon”). Cortisol steht in Verbindung zu dem gefährlichen “Fettbauch” und wird auch mit Herzerkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht. 

Effekte von Meditation

Einen wichtigen Beitrag zu jugendlichem Aussehen haben unsere Gedanken. Meditierende lernen sich besser zu fokussieren und mentales Chaos auszuschalten.

Sie haben klarere und positivere Gedanken und reagieren weniger auf äußere Einflüsse. Sie denken schneller und rationaler, so dass sie zusätzlich mehr Kontrolle über ihre Emotionen und Reaktionen haben und dadurch weiser reagieren können.

Meditieren lernen

Vorschlag A: Mein Training buchen (Ende des Monats auch als digitales Produkt erhältlich)
Vorschlag B: Mit einem Coach zu arbeiten bringt die besten und schnellsten Ergebnisse.

Aber falls Sie das unbegleitete Selbst-Coaching bevorzugen, hier einige Tipps:

Meditierende meditieren in der Regel zweimal täglich, jedes Mal für 20 Minuten – zu Beginn des Tages und am Ende. Am Anfang sollten Sie mit einem Mal und gerne einer kürzeren Zeit beginnen – wie es eben in Ihren Zeitplan passt.

Wie groß oder klein der Widerstand gegen meditieren ist, ist individuell verschieden. Manche kommen sich anfangs “blöd” vor, andere fühlen sich, als wäre Meditation die Antwort auf die sie schon lange gewartet haben. Ich beispielsweise war bis vor einigen Jahren der Typ, der einen Club-Besuch, zwei Drinks und lauten Bass bevorzugte, um das Gehirn so richtig durchzupusten. Beides ist gut, aber ich empfehle nur das Eine offiziell (;

Auch kürzere Meditation führt zu spürbaren Verbesserungen, wenn Sie sich also nur 5/10/15 Minuten Zeit nehmen können oder wollen, werden Sie trotzdem profitieren.

Es gibt verschiedenste Methoden, von Quigong über Vipassana, Mantra, Kundalini, Achtsamkeit-basierte Meditation, usw.

Welche Methode sie wählen ist nicht relevant. Hauptsache Sie meditieren.

Seien Sie geduldig

Eine Person die gerade anfängt zu meditieren, sollte geduldig mit sich selbst sein. Es dauert einen Moment, den Geist zu trainieren und zu fokussieren, bis er sich an die neue Übung gewöhnt hat.

Zunächst sollten Sie sich überlegen, mit welcher Meditationspraxis Sie beginnen wollen und diese erlernen. Wie gesagt können Sie mein Training buchen, oder aber auf zahlreiche andere Experten und kostenlose Ressourcen im Netz zugreifen.

Falls Sie es einrichten können, sollten Sie anfangs immer um dieselbe Zeit meditieren.

Sie werden sehr schnell positive Effekte bemerken wie z. B. mehr Gelassenheit.

Meditation und Achtsamkeit ändern das Gehirn. Das Gehirn neu zu trainieren dauert 80 – 90 Tage, also bleiben Sie am Ball – die Früchte Ihrer Arbeit können Sie ein Leben lang ernten.

Die wenigsten Menschen die über einen gewissen Zeitraum meditieren hören jemals wieder damit auf.

Warum? Finden Sie es heraus!

Leave a Comment:

All fields with “*” are required

Leave a Comment:

All fields with “*” are required