Meditation ohne Abhängigkeiten

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Das Problem mit Meditation heutzutage sind selbst auferlegte Zwänge. Wir machen unsere Meditation abhängig von einem Altar, unserem Lieblingskissen, Räucherstäbchen, einer CD, einer bestimmten Tageszeit und weiteren Faktoren.

Meditation ohne Abhängigkeiten
Wenn wir nicht alles das wir für unsere „Zeremonie“ benötigen im Zugriff haben, lassen wir unsere Meditation häufig gleich ausfallen. Manche fühlen sich sogar gereizt, wenn etwas von dem liebgewonnenen Drumherum fehlt.
Das ist witzig, wenn Sie einmal darüber nachdenken. Die Kernüberzeugung des Buddhismus ist, dass das Leben voller Leiden ist. Und dass dieses Leiden durch Abhängigkeit entsteht.
Ist es nicht ironisch, dass wir uns von so vielen Dingen abhängig machen, wenn es um Meditation geht?
Manche sind skeptisch gegenüber Menschen die einen bestimmten Meditationsstil bevorzugen, weil sie diese für festgefahren halten.
Ich finde das urkomisch.
Ich finde das auch destruktiv.   
Ich sehe das pragmatisch und bin für „was auch immer funktioniert“. Wenn eine festgefahrene Zeremonie für Sie das richtige ist, zünden Sie die Räucherstäbchen an. Wenn Sie erst Joggen müssen, bevor Sie die Ruhe zum Meditieren finden – laufen Sie.

Drahtlose Meditation

Falls Sie allerdings merken, dass das Konzept der Meditation mehr eine Bürde darstellt als etwas Befreiendes, ist es Zeit sich damit zu befassen was ich „drahtlose“ Meditation nenne.
Der Charme von drahtloser Meditation ist, – ob es Telefone, Computer oder Ihr Streben nach Achtsamkeit ist – dass Sie plötzlich unabhängig von irrelevanten Ablenkungen sind.
Sie können Ihren Tag frei gestalten und sind frei zu tun was Sie möchten, wann Sie möchten und wohin Sie möchten.
Genau wie Ihnen ein Mobiltelefon und ein Internet Anschluss erlauben Ihr Arbeitsplatzkonzept neu zu definieren, ermöglicht Ihnen drahtlose Meditation in jedem Augenblick achtsam zu sein, egal was Sie gerade tun.
Ihr Herz und Geist sind „verkabelt“ auch wenn Sie gerade duschen, Geschirr spülen, mit dem Hund Gassi gehen oder von Ihrem Arbeitsplatz zum Büro eines Kollegen laufen.
Achtsamkeitsübungen sind nicht von der richtigen Tageszeit abhängig, man muss sie nicht planen oder Zeit reservieren.
Wenn Sie Meditation nichts abgewinnen können, liegt Ihnen vielleicht die Freiheit und Unkompliziertheit von Achtsamkeit mehr.
Fünf Fragen die Sie sich jederzeit stellen können – jederzeit, überall:
1.     Was spüren meine Sinne in diesem Moment?
Sehen Sie sich um. Was sehen Sie? Welche Farben stechen Ihnen ins Auge? Was riechen Sie? Wie fällt das Licht in den Raum? Was hören Sie? Wie fühlt sich Ihr Körper in diesem Moment an?

Wichtig ist, dass Sie versuchen (und das ist nur zu Anfang schwer) wertende Gedenken auszuschalten, beispielsweise „es ist zu heiß“, oder „mein Kopfweh wird den Tag zur Hölle machen“.

2.     Worauf kann ich meine Aufmerksamkeit in diesem Moment fokussieren?
Wählen Sie etwas Internes. Eine körperliche Empfindung, eine Emotion, einen Gedanken. Oder gehen Sie nach draussen und schenken Ihre gesamte Aufmerksamkeit etwas das Sie dort sehen.

Verbringen Sie eine Minute im „Entdeckermodus“. Selbst eine so kurze Zeitspanne (und jeder Mensch hat eine Minute!) bringt merklich Entspannung und ein wenig Gelassenheit.

3.     Wie kann ich mich mit dieser Person verbinden
Falls z. B. jemand Ihnen mit seinen Anforderungen auf die Nerven fällt, könnten Sie sich, anstelle der Frage wie Sie die Anforderung erfüllen, fragen, wie Sie das Bedürfnis das Auslöser für die Anforderung ist bedienen können.

Können Sie liebende Aufmerksamkeit schenken ohne materielle Werte? Können Sie Ihrem Partner/Kind… Ihre volle Aufmerksamkeit schenken auf eine Art dass dieser sich angenommen fühlt?


4.     Wie kann ich Achtsamkeit mit dieser Aufgabe verbinden

Ob Sie Dokumente kopieren, zu einem Sitzungssaal laufen, die Wäsche waschen oder im Auto fahren: Sie können sich auf jede Aufgabe bewusst und intensiv fokussieren.

Betrachten Sie die Texturen der Dinge um Sie herum. Ist die Wand löchrig, warm etc.? Konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Muskeln, die Sie benötigen um einen Schritt zu machen, eine Handbewegung auszuführen.

Spüren Sie die Dehnungen und Beugungen die Ihr Körper für jede Bewegung machen muss.

5.     Wie kann ich diesem Augenblick mehr Bedeutung geben?

In jeder Sekunde haben wir die Chance uns mit dem zu verbinden das uns am wichtigsten ist. Wir können uns dafür entscheiden uns sicher, dankbar, versorgt und positiv zu fühlen.

Dadurch dass wir darauf achten, können wir selbst den trivialsten Aufgaben Bedeutung geben. 

Drahtlos und unabhängig eben. “verbinden”. Ohne Abhängigkeiten

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